IMO | WTF! Star Trek Strange New Worlds
Ich habe mir gerade die 9. Folge der 4. Staffel von Star Trek Strange New Worlds angeschaut und frage mich wirklich ob man bewusst die Fanbase vergraulen will. Und diese Frage ist bei mir nicht erst bei dieser Staffel und dieser Folge von Strange New World aufgetaucht. Mit Trauer schaue ich zu TNG, Voyager und DS9 etc. zurück.


Staffel 1 fand ich richtig geil, Staffel 2 war OK, Staffel 3 war teilweise hochproblematisch, jetzt Staffel 4 ist eine Gimmick-Episode nach der anderen. Folge 8 war die startrekigste Folge seit sehr langer Zeit (und ich hatte sehr viel Spaß damit).
Aber insgesamt ist Strange New Worlds nicht queer genug, der Q-Ersatz offensichtlicher aber gescheiterter Fanservice, Pike nicht Captain genug und zu sehr Kumpel der Crew, teilweise werden Handlungsbögen den falschen Charakteren gegeben usw.
Dass es Folgen gibt, die einfach nur Banane sind, geschenkt. Die gabs immer (Code of Honor, irgendwer?). Aber die sind in 22 bis 24 Folgen langen Staffeln weniger aufgefallen als in zehn Folgen langen Staffeln.
Aber so schlecht wie Voyager finde ichs jetzt auch nicht.
Ich mochte Voyager, wenn ich ehrlich bin und ich hab das Bashing nie verstanden. Ich hab aber auch nie den Hype um DS9 verstanden. Geschmäcker sind wohl einfach verschieden, macht ja nix.
Beides grandios mit Schwächen (besonders der Anfang von Voyager)
Ehm hallo was, was hast du gegen Voyager 😭
Oder war das ein Vertippser von Discovery?
Die serie war Inkonsequent bis zum gehtnichtmehr mit ihrer eigenen Prämisse, es wurde immer wieder auf den Status Quo zurückgesetzt und eigentlich wichtige Ereignisse, die den Status Quo nachhaltig hätten verändern müssen, wurden banalisiert dadurch, dass der Crew das Gedächtnis gelöscht wurde oder ähnliches. Die Charaktere waren meist flach, Entwicklungen gab es entweder keine oder sie kamen aus dem Nichts, Neelix war Star Treks Jar-Jar Binks, Seven of Nine war verschwendetes Potenzial, die Borg wurden komplett harmlos gemacht und entzaubert.
Der Doktor war cool. Aber viel mehr war nicht.
Interessanter Kritikpunkt, den ich so bisher nicht gehört habe.
Star Trek hatte immer auch queere Einschläge. Die Beziehungsdynamik zwischen Kirk und Spock wurde von vielen immer schon mit homoerotischen Untertönen gelesen und war eine der ersten (wenn nicht die erste) Inspirationen für Slash Fiction (ein Genre der Fans Fiction, das sich mit romantischen oder sexuellen Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Charakteren befasst), und ich meine auch gehört zu haben, dass diese Untertöne von Nimoy und Shatner bewusst gespielt wurden.
In TNG gab es mit Staffel 5, Folge 17 “Verbotene Liebe” eine Folge, die sich so direkt wie möglich gegen die Diskriminierung queerer Menschen aussprach (damals explizit gemeint waren schwule Männer, aus heutiger Sicht liest es sich als ginge es um trans Identitäten).
In DS9 gab es mit Jadzia (und später Ezri) Dax einen Charakter, der gewissermaßen mehrfach das Geschlecht gewechselt hatte und Jadzia hatte auch ihre eigene Episode in der es um sapphische Liebe ging. Außerdem die Folge mit Dax’ Blutschwur gegenüber den Klingonen Kang, Koloth und Kor, in der einer def Klingonen sie begrüßt mit den Worten “Curzon, mein alter Freund!”, von Dax belehrt wird, dass sie jetzt Jadzia ist und der Klingone nicht fragt, was los sei oder um Erklärung bittet, sondern einfach genauso erfreut ruft: “Jadzia, meine alte Freundin!”
Und auch wenn ich kein großer Discovery-Fan bin, die Inklusion queerer Charaktere fand ich hervorragend.
Strange New Worlds hat ein Lippenbekenntnis, dass Schwester Chapelle in der Vergangenheit mal was mit Frauen hatte und jetzt in der letzten Folge den Kuss zwischen Fantasy-Una und Fantasy-Ortegaz, aber das ist beides eher schwach (weil es eben nur ein Lippenbekenntnis war und nur die Fantasy, Varianten der beiden Charaktere betrifft). Es gab in Staffel 1 einen nonbinären Charakter, aber der ist nie wieder aufgetaucht. Stattdessen wird ein großer Fokus darauf gelegt, heteronormative Beziehungen zu zeigen und als einzig erstrebenswert Beziehungsform darzustellen (hauptsächlich durch Auslassung oder “fantasyierung” anderer Möglichkeiten.