Die nackte Physik hat was dagegen. Der Bildschirm ist aus der Sicht der Augen eine rein zweidimensionale Fläche, auf die sie sich fokussieren müssen. Egal, was der Bildschirm anzeigt. Und dazu benötigst du bei Fehlsichtigkeit einfach deine Brille.
Ich denke es wär schon irgendwie möglich eine riesen Linse vor den Bildschirm zu packen, so wie im Sucher einer Kamera. Allerdings müsste der Nutzer dann immer perfekt in Achse reingucken und auch immer den exakten Abstand einhalten, für den das gerechnet wurde. Und der Aufbau mit der Linse wär größer als der Bildschirm selbst und wahrscheinlich 5 mal so tief. Dagegen wär Brille tragen 100 mal komfortabler.
Eine solche Linse fokussiert genau einen Punkt bevorzugt in der Mitte des Bildschirms. Wenn du an den Bildschirmrand gucken willst, ist alles daneben. Selbst mit einem Linsenarray wird das nix. Es hat übrigens einen Grund, dass große Bildschirme heute gebogen sind. Damit ist die Fokussierung für das Auge einfacher, weil der Abstand vom betrachten Detail zum Auge einigermaßen konstant bleibt.
Damit ich dir das abkaufe müsstest du schon denjenigen Unterschied zwischen Sucher und Bildschirm erläutern, der es unmöglich macht. Die Mattscheibe in der Kamera ist ebenfalls flach mit unterschiedlich langem Strahlengang zwischen Bildmitte und Bildrand zu Auge. Ich bin nach wie vorder Auffassung, dass man das selbe Konzept in riesig bauen könnte, es wäre halt nur völlig für den Arsch verglichen mit einer Brille.
Allerdings müsste der Nutzer dann immer perfekt in Achse reingucken und auch immer den exakten Abstand einhalten, für den das gerechnet wurde
Also ein VR-Headset (mit Einsatz für angepasste Linsen anstatt Brille). Anders dürfte das kaum realisierbar sein.
Aber müsste ich nicht den Inhalt dieses Bildschirms so einstellen können, dass meine Augen das vernünftig wahrnimmt?
Kannst du ein Buch so drucken, dass ein Brillenträger es ohne Brille gut lesen kann?
Gleiche physikalische Grundlage.
Es gibt ja in den Buchläden Bücher “für Senioren” und “für Sehbehinderte” in Großdruck. Von daher… vielleicht?
Die sind aber nicht „schärfer“ oder „anders fokussiert“, sondern einfach nur größer – etwas das man beim Monitor auch machen kann, in dem man entweder die Auflösung verkleinert und den Monitor hochskalieren lässt, oder die Schrift und die Icons vergrößert.
Das ist die gleiche Matsche, nur in groß. Die größere Schrift hat nur den Vorteil, dass man anhand des schwarzen Anteils im größeren verschwommen grauen Fleck erahnen kann, welcher Buchstabe gemeint ist, anstatt nur einen kleinen, verschwommenen grauen Fleck zu sehen.
Die großen Buchstaben sind nur scharf, wenn keine Fehlsichtigkeit des Auges im physikalischen Sinn vorliegt und gleichen Nur den Unterschied aus, dass die “Auflösung” der Netzhaut bei Älteren bisweilen schlechter ist, als bei einer normalsichtigen jüngeren Person.
Ich denke das sollte gehen solange der Drucker ausreichend auflöst und ich beim Lesen eine exakte Kopfposition einhalte.
Edit: man könnte wohl auch kein normales Papier nehmen sondern müsste Lentikulardruck nutzen und das Buch wäre auf einen bestimmten Brillenträger ausgelegt und wenn die Sehstärke sich mit der Zeit ändert muss das Buch neu produziert werden.
Ich gebe dir Recht. Der Bildschirm braucht dafür aber eine deutlich höhere Auflösung und der Betrachter muss eine exakte Kopfposition einhalten. Dann sollte man eine beliebige Linse in Software “simulieren” können. Das Problem ist die exakte Kopfposition bzw. das Tracken der Kopfpose (und Augenausrichtung?), dann dass man deutlich an nutzbarer Auflösung verliert gegenüber der tatsächlichen Anzahl an Pixeln und es dürfte von der erforderlichen Rechenleistung wohl schon nicht wenig sein. Für Text bestimmt machbar aber der GPU Lüfter ist im Dauerlauf und dabei ein mittelkomplexes 3D Spiel zocken wird wohl nicht mehr ohne weiteres gehen.
Edit: https://techtransfer.universityofcalifornia.edu/NCD/24350.html
Vor allem braucht’s da zusätzlich auch noch eine spezielle Optik vor dem Bildschirm.
leveraging specialized optics in concert with […]
Stimmt, es geht aber “nur” darum strahlenförmige Lichtausbreitung zu erzeugen und Streulicht zu unterdrücken. Sieht bestimmt komisch aus aber die Optik ist eigentlich nicht sooo kompliziert.
Ja, im Zweifelsfall kann man es ähnlich kompliziert wie eine Brille gestalten. Nur dass der Bildschirm sie trägt und nicht der Mensch davor.
Abgesehen von allen anderen Anmerkungen, die hier gemacht wurden, würde das in genau dem Moment nicht mehr funktionieren, an dem beide Augen unterschiedliche Sehstärken benötigen. Bzw auch dann ginge es nur mit einem Bildschirm, der klar weiß, mit welchem Auge du welchen Punkt ansiehst. Machbar wäre das vielleicht mit einer VR-Brille oder einer Webcam die in Echtzeit die Augenbewegung trackt und daraufhin die Bildschirmauflösung verändert.
Wie aber alle anderen schon anmerkten: Selbst wenn das möglich ist, ist es eben ungleich komplizierter und fehleranfälliger als eine Brille zu nutzen.
Wenn du einen Bildschirm erfindest, der das kann, dann wirst du bestimmt reich!
“Wo bleibt Ihr Einsatz? Wo bleibt der Wille?
Lasern Sie die Welt und dann weg mit der Brille.”
[Deichkind]






