Zum guten Ton des Protestes gehörten dabei Pöbeleien gegenüber Politiker:innen, die die Aufrüstung vorantreiben und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht fordern. Die Richtung gab schon der Satiriker Martin Sonneborn am frühen Nachmittag vor. In einer Bundeswehr-Jacke über dem obligatorischen Anzug und mit einem Sternburg-Dosenbier in der Hand sprach dieser unter begeisterten Jubelrufen von „Friedrich-Fotzenfritz-Merz“ und witzelte:
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„Merz leck Eier? Er kann auch an der Ostfront sterben gehen“.
Doch es blieb nicht nur bei Provokationen. Inhaltlich kritisierte etwa ein Redner der Verdi-Jugend gleich zu Beginn die massive Kürzungspolitik, die „ein Ausmaß wie die Agenda 2010“ habe. Die Merz-Regierung erleichtere Kettenbefristungen, niemand in seinem Alter glaube noch an eine sichere Rente, sagt der junge Redner. „Und jetzt sollen wir in den Schützengräben der Zukunft unseren Tod finden? Nicht mit uns!“ Es sei die Aufgabe der Gewerkschaften, beim Kampf gegen die Kürzungen nicht über die Aufrüstung zu schweigen. Unter Applaus solidarisierte er sich mit den Schüler:innenprotesten in Frankreich, was im Laufe des Abends immer wieder Thema wurde.



Es ist ein Dienst an der Gesellschaft. Jüngere, die Kräftiger und Durchhaltefähiger sind als Alte, helfen die Gesellschaft und unsere Demokratie zu verteidigen. Notfalls mit Waffengewalt, bestenfalls mit Abschreckung. Das ist sowas, wie sich für andere einsetzen.
Da kann man natürlich argumentieren, dass du dein Leben riskieren würdest.
Ja. Haben die Ärzte und Krankenschwestern während Corona auch getan. Sind nicht in Scharen desertiert und haben es für die Gesellschaft gemacht. Auch für dein Weiterleben.
Genauso, wie es Feuerwehrleute machen, die in einbrennendes Haus reinsteigen und dich da rausholen würden. Risikieren auch ihr Leben für die Gesellschaft. Freiwillige Feuerwehr wohlgemerkt.
Und da gibt es noch weitere Beispiele, wo Menschen ihr Leben für die Gemeinschaft riskieren. Und viele geben und helfen mit dem, was sie gut können. Das macht die Menschheit so stark und nennt sich Solidarität.
Ich verstehe, dass du da keinen Bock drauf hast und lieber irgendwas anderes machen würdest. Die ausgesetzte Wehrpflicht ist in der Menschheitsgeschichte eine Ausnahme und nicht die Regel. Die Regel war eher: der Erstgeborene gehörte dem Mächtigen - mit Leib und Seele. Das gibt heute immer noch in vielen Spielarten. IdR mit Überschuldung und Rauskaufen als Söldner so, wie Russland es macht.
Gesprochen wie jemand, der keinen Krieg erlebt hat.
Nur weil es andere Situationen/Berufe gibt, in denen Menschen ihr Leben riskieren, bedeutet das nicht, das diese mit einer Kriegssituation vergleichbar sind. Man ist nicht Soldat um Menschen zu helfen, sondern um den “Feind” ums Leben zu bringen.
Ja, ich hatte Glück. Aber ich habe auch meinen Dienst geleistet.
In der Regel reicht Abschreckung. Angegriffen werden idR die, die einen leichten Sieg versprechen. Ist „auf der Straße“ genauso, deshalb sehen alle Jungs ja so gefährlich aus.