
Die Verkehrsplanung in Hamburg ist wie die in einer Kreisstadt: Es gibt nur einen Umsteigeknoten für alles, wo alle Linien zusammenlaufen müssen. Zumindest alle schienengebundenen.
Deshalb wohl auch die Planung, die AKN zwischen Eidelstedt und Kaki durch eine S-Bahn zu ersetzen: weil die AKN nicht bis zum Hbf durchfährt. Niemand auf Hamburger Stadtgebiet sollte zwischen zwei schienengebundenen Verkehrsmitteln umsteigen müssen, um zum Hbf zu kommen. Auch nicht aus Schnelsen. (Ja wie, es gibt Leute, die nicht zum Hbf wollen? Wie kann man woanders hinwollen als zum Hbf?)
Wie der ÖPNV in Berlin funktionieren kann, ist aus Hamburger Sicht unvorstellbar. Nicht nur laufen da nicht alle S-, U- und Straßenbahnlinien über den Hauptbahnhof, sondern bis vor noch gar nicht so langer Zeit hatte der Hauptbahnhof überhaupt keine U-Bahn. Es ging trotzdem.
Wer kann sich noch an die Stadtbahnplanung erinnern? Die erste Linie sollte im Prinzip die Metrobuslinien 20 und 25 ersetzen mit einem Betriebshof im Gleisdreieck Nähe Sengelmannstraße. Resultat: „Mimimi, kann nix werden, da wird keiner mitfahren, weil die den Hbf nicht anfährt!“
Wenn ich so daran denke, wie praktisch D-Züge waren … Okay, sie fuhren meistens nicht als vertaktete Linien, und sie waren verspätungsanfällig, vor allem, wenn sie Kurswagen hatten. Aber sie boten mehr Direktverbindungen, vor allem auch durch Kurswagen und Flügelzüge.
Bis 1996 oder so gab’s im Sommer noch eine extreme Frühverbindung nach Amsterdam und eine extreme Spätverbindung wieder zurück. Das war eigentlich ein Nachtzug zwischen Kopenhagen und Schiphol. Das heißt auch, da bekam man dann Flieger quasi in die ganze Welt.
Bis 1990 gab’s im Sommer auch eine Tagesverbindung, auch wieder eigentlich von/nach Kopenhagen. Bis irgendwann Anfang/Mitte der 80er ging das ganzjährig, und dann hatte der Zug auch einen Zugteil von/nach Hoek van Holland, wo man die nächtliche Englandfähre von/nach Harwich bekam.