• stiephelando@discuss.tchncs.de
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    2 hours ago

    Ich bin 33 und hasse telefonieren. In meiner Altersgruppe geht es den meisten so ähnlich. Ich glaube nicht dass das ein neues Phänomen ist. Mittlerweile bin ich ein bisschen offener für Telefonate und quatsche ab und zu mit Freunden, die ich länger nicht gesehen habe, aber das ist vielleicht ein mal im Monat der Fall.

    • froh42@lemmy.world
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      2 hours ago

      Ha, ich bin 56. Wenn Du was von mir willst, schreib mir ne Nachricht. Mein Telefon hab ich seit 2023 oder so stumm geschaltet ohne Vibrationsalarm. Anrufe sind und waren schon immer eine Zumutung.

      ObGoodOldTimes: Zu Festnetzzeiten gingen die Leute nicht davon aus, dass sie Dich 24/7 erreichen. Irgendwann kam dann mal ICH HAB VERSUCHT DICH ZU ERREICHEN WARUM BIST DU NICHT ANS HANDY GEGANGEN?!?!?! - na weil ich das Ding nicht dafür hab für andere 24/7 erreichbar zu sein. Schreib mir was du von mir willst, du bist nicht der/die einzige. Über meine Zeit bestimme ich schon noch selbst.

  • brainwashed@feddit.org
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    3 hours ago

    Ich bin genauso erstaunt, dass viele Menschen keinen verständlichen Brief schreiben können. Das zieht sich dann natürlich in die digitale Kommunikation eins zu eins durch.

  • Majoran@feddit.org
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    16 hours ago

    Ah, dazu habe ich einen seit langem erarbeiteten Take! Unter allen Kommunikationsmethoden ist das Telefonat nämlich Jenes, welches das Schlimmste aus allen Welten vereint:

    • Es gibt das persönliche Gespräch mit den Vorteilen, dass ich die Mimik und Gestik des Gegenübers habe und so besser “den Raum lesen” kann. Der Nachteil ist in der Regel, dass solche Gespräche sehr zeitkritisch sind, ich muss also auf jeden Satz meines Gegenübers möglichst sofort reagieren und kann nicht wie ein guter Skeptizist erstmal über das Gesagte nachdenken.

    • Bei Emails und anderen Textnachrichten ist es umgekehrt: Die Feinheiten des Vis-à-vis sind hier nicht gegeben, dafür kann ich die Sätze des Gegenübers beliebig oft nachlesen und ich kann mir (theoretisch) beliebig viel Zeit nehmen, um eine gebündelte und wohlformulierte Antwort zu eroverthinken, bis mein Asperger-Scumbagbrain auch den letzten Zweifel über mögliche Missverständnisse in meinen Worten aus dem Weg geräumt hat.

    Doch das Telefonat hat keines dieser Vorteile und dabei beide Nachteile gleichzeitig: Weder sehe ich mein Gegenüber, um mir ein Bild seiner Mimik zu machen, noch habe ich die Zeit, um mir meine Antworten wohl zu überlegen. Deshalb muss das Telefonieren auch mindestens so stressig sein wie jede andere Kommunikationsform, die einem subjektiv am wenigsten liegt. Ich sage nicht, dass ich das nicht hinkriege, aber bezüglich aller verbalen Aspekte kann ich mir keine Situation vorstellen, wo das Telefonieren gegenüber allen anderen Formen irgendwie überlegen sein kann.

    • ede1998@feddit.org
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      3 hours ago

      Was noch hinzukommt: Den Kommunikationspartner akustisch zu verstehen ist gerne mal schwierig, wenn das Mikrofon schlecht ist/Störgeräusche aufnimmt.

  • copacetic@discuss.tchncs.deOP
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    20 hours ago

    Ich empfinde Telefonanrufe als unhöflich und deswegen ist es mir auch unangenehm jemanden anzurufen. Ein Telefonanruf zwingt dich ja praktisch alles andere stehen und liegen zu lassen und alles was man an Info für die Entscheidung hat ist der Name des Anrufers (wenn überhaupt).

    Mit Nachrichten (ob Text oder Sprache oder Video) lasse ich es dem Empfänger frei sich später drum zu kümmern. Die meisten Dinge wegen denen ich angerufen werde sind nicht dringend.

    • phneutral@feddit.org
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      3 hours ago

      Während ich das lese, fällt mir folgendes auf: Telefonieren war höflicher, als es nur Festnetztelefone gab. Das Ding stand an einem Ort, der zum Telefonieren gedacht war: ein Schreibtisch oder extra Tischchen, das alle Utensilien bereit hatte: Adressbuch, Telefonbuch, Stift und Papier. Wer da saß war zum Telefonieren bereit, beruflich oder privat. Wer da angerufen hatte, konnte ungefähr ahnen in welcher Umgebung sich das Gegenüber befindet.

      • froh42@lemmy.world
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        2 hours ago

        Absolut. Ich hab den Übergang erlebt, Leute haben dann auch versucht (!) mich anzumaulen wenn ich für sie am Handy nicht immer sofort erreichbar war.

        Beim Festnetz war es jedem klar, dass ein Anruf mal nicht ankommt.

    • Shyana@lemmy.world
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      14 hours ago

      Das ist auch was ich nicht verstehe, wenn es um das Argument Telefonieren geht.

      Stell doch mal neben jemanden der gerade in einem Gespräch ist und ruf laut “Ring Ring. Ring ring. Ring ring”. Und das eine Minute lang oder bis er auf dich reagiert.

      Anrufen/angerufen zu werden empfinde ich als Ubergriffig, unhöflich und setzt mich unter Stress weil selbst wenn ich denjenigen sofort lautlos machen kann wurde ich erst mal aus der Konversation geholt und bin mit dem Kopf bei dem Anrufer (was will der Anrufer, ruft er gleich noch mal an, muss ich zurückrufen, etc.)

      Asynchrone Kommunikation ist so viel entspannter weil ich selber entscheiden kann.

  • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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    21 hours ago

    Befragte Seniorinnen äussern die Sorge, junge Menschen hätten die Fähigkeit zum direkten Gespräch verlernt – oder nie richtig erworben. «Man hat nur den Bildschirm und kann gar nicht sprechen», sagt eine Rentnerin.

    Klingt nach Alte-Leute-Problem. In der Vorstellungskraft von Rentnern, die nicht mit dem Computer aufgewachsen sind, existieren Chatrooms und Voice Chats schlichtweg nicht.

    Ich bin Mitte 30, hab jahrelang im Callcenter gearbeitet und kein Problem damit, zu telefonieren. Ich sende trotzdem lieber E-Mails und Chatnachrichten ab. Es geht schneller, die Informationen sind gebündelter und ich hasse sinnlosen Smalltalk. Lieber vier Sätze in einer Mail verfasst als 10min belangloses Zeug gesabbelt.

    • smokeysnilas@feddit.org
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      20 hours ago

      Manchmal ist 10min belangloses Zeug sabbeln aber genau das was ich brauche für den mentalen Ausgleich 😉 man kann ja nicht den ganzen Tag nur Akkordarbeit machen.

      • comrade_twisty@feddit.org
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        18 hours ago

        Solange du keine 10 minuten Sprachnachrichten versendest sei es dir gegönnt.

        Falls du jedoch 10 Min Sprachnachrichten versendest - ab in die Ecke und bleib da, ohne Handy und möglichst für immer ;)

    • Tartufo@lemmy.world
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      19 hours ago

      Ich habs schon erlebt, dass zu manchen Themen an die 50 E-Mails hin- & hergesendet wurden und irgendwie war immer noch unklar wie/wo/was denn jetzt. Ein Telefonat von 10min und plötzlich passte alles, weil dabei herauskam, dass da einfach beide Seiten komplett andere Hintergrundinfos hatten, obwohl dem nicht so hätte sein sollen. An den E-Mails merkte man das nicht, weil man doch idR ein Stück anders firmeninterne E-Mails schreibt als man spricht.

      Sowas sind aber wirklich absolute Ausnahmen mit komplexen Themen und meistens (gefühlt zu 99.9%) kommt das was du bzgl. der Geschwindigkeit von E-Mails sagst einfach hin.

      Wo ich tatsächlich gern telefoniere ist, wenn ich dabei eine Fremdsprache sprechen muss. Das übt schon deutlich anders, als wenn man sich beim Formulieren einer E-Mail Zeit und Rechtschreibhilfen gönnen kann und ist damit aber auch wieder ein Ausnahmefall. Ü

  • KatherinaReichelt@feddit.org
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    17 hours ago

    Ich muss auf der Arbeit durchaus telefonieren und es ist ein Graus. Zum einen kommen Telefonate ungefragt rein. Leute rufen an und es ist ihnen total egal, ob man gerade konzentriert in einer Aufgabe sitzt, man irgendwas mit jemandem im Büro bespricht oder ob andere Themen gerade wichtiger sind. Man ruft an und hat sich direkt auf Platz 1 der Prioritätenliste gedrängelt. Das stört wirklich massiv. Natürlich sortiere ich meine zu erledigende Arbeit nach Wichtigkeit. Und da kann es natürlich sein, dass ich bestimmte Sachen nach hinten schiebe. Der Kunde, der zum Beispiel das Angebot will, hinter dem weniger Umsatz steckt, bekommt dieses logischerweise nach dem Kunden, der ein größeres Angebot will. Dummerweise drängen sich dann die Telefontypen ständig vor.

    Dazu kommt das große Problem, dass Kunden lügen. Ich kann ihnen am Telefon irgendetwas erzählen und dann drehen sie sich um und behaupten gegenüber anderen Kollegen, dass ich irgendwas ihnen so im Telefon gesagt hätte. Natürlich habe ich dir nicht versprochen, dass die Lieferung innerhalb von 2 Wochen erfolgen kann, Thorsten. Ich hab dir ausführlich erklärt, dass wir 6 Wochen brauchen und jetzt ruf nicht meinen Chef an und weine ihm vor, dass es nicht innerhalb von 2 Wochen geht. E-Mails verhindern vielleicht nicht diese Missverständnisse, auch da Lügen Kunden. Aber dann gibt es immerhin den Nachweis, dass ich dem Kunden 6 Wochen gesagt habe.

    Außerdem wäre es halt auch sehr cool, wenn Organisationen, die Dinge gerne telefonisch machen wollen, dann auch telefonisch zu erreichen wären. Aber ich häng dann beim Arzt stundenlang in der Warteschlange, das olle Callcenter hat immer überdurchschnittliche Auslastung und der Arschkeks, der auf den AB labert und um Rückruf bittet, ist dann nie zu sprechen

    Ach ja: Mails helfen auch, wenn Themen dann nach zig Monaten wieder auf die Agenda kommen. Ja, wir haben da irgendwie letzten fucking August mal drüber telefoniert. Nein, ich habe keine Ahnung, was da genau besprochen wurde an Details. Die Mail finde ich im Postfach und dann kann ich mich wieder einlesen

  • AntonMuster@discuss.tchncs.de
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    19 hours ago

    Ich glaube mein größtes Problem beim klassischen Telefonieren ist, dass man mittlerweile nur noch da anrufen muss, wo man als Bittsteller auftritt: Arztpraxis, Behörden, Handwerker. Und das ganze dann natürlich ohne irgendeinen Nachweis, falls es eine Fehlkommunikation gab. Wenn die Kommunikation auf Augenhöhe ist, also Telko im Beruf oder voice chat mit Freunden ist das dann plötzlich viel weniger ein Problem.

    • Cobrachicken@lemmy.world
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      19 hours ago

      Trotzdem schreib ich nach wichtigen Telkos ein Summary, damit ggfs meine Kollegen weitermachen koennen/informiert sind oder der Gegenpart sich nicht aus irgendwas rauswinden kann.

    • schnurrito@discuss.tchncs.de
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      21 hours ago

      stimme ich zu, ich bin schon seit mehr als 10 Jahren kein Jugendlicher mehr und bei mir war es auch nicht anders; heute als Erwachsener hab ich etwas mehr Selbstvertrauen als damals, aber ich bevorzuge noch immer schriftliche Kommunikation, wo möglich