Finde das Streikrecht wichtig, frage mich nur manchmal, ob es nicht auch Streinformen gäbe, die gezielter den Arbeitgeber treffen, statt der Kunden. Würde ja reichen, wenn man leute zB kostenlos befördert und sich weigert Tickets zu verkaufen. Würde vermutlich mehr Unterstützung im der Bevölkerung zur Folge haben.

  • azolus@slrpnk.net
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    6 days ago

    Würde ja reichen, wenn man leute zB kostenlos befördert und sich weigert Tickets zu verkaufen.

    Das ist leider illegal.

    Darüber hinaus: Streik muss weh tun, damit er wirkt. Schuld an den Unannehmlichkeiten sind die Arbeitgeber, die ihrer Belegschaft kein faires Angebot machen. Volle Solidarität mit allen Streikenden!

    • rbn@sopuli.xyz
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      6 days ago

      Das ist leider illegal.

      Inwiefern ist das illegal? Könnten nicht spezifisch diese Berufsgruppen (Verkauf, Ticketkontrolle, Automatenwartung, …) streiken, während der Rest normal zum Dienst erscheint?

      • Mîm@lemmy.zip
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        6 days ago

        Na, wer macht denn den Ticketverkauf im Bus?
        Davon ab haben die meisten eh ein Monatsticket. Und bis es groß auffällt, dass die Leute, die die Ticketautomaten warten, streiken, ist wohl eher die Streikkasse leer.

        • rbn@sopuli.xyz
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          6 days ago

          Danke, ergibt Sinn. Weißt du, ob das Streikrecht dahingehend anders ist in anderen europäischen Ländern. Mir schien der Vorschlag weiter oben eigentlich sehr einleuchtend zu sein, dass man so ohne Kollateralschäden wirkungsvoll streiken könnte im ÖPNV. Zumindest halte ich es für schwierig, wenn wir den Individualverkehr zurückfahren wollen als Gesellschaft, dann im ÖPNV Streiks ohne Alternative zu haben. Es gibt ja auch wichtige Termine, die man nicht verschieben kann. Und so viele Taxis zu haben, die das abfangen, dann aber 90% der Zeit nur rumstehen, erscheint auch wenig effizient.

          • ladicius@lemmy.world
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            5 days ago

            Alle Deine Fragen zielen darauf ab, die Solidarität innerhalb der Arbeiterschaft zu unterhöhlen… Kein Vorwurf an Dich, sondern ein Deckanstoß. Es gibt nämlich keinen Streik, der die Führungsetage trifft - es gibt allerdings Streiks, die hoffentlich andere dazu bewegen, der Führungsetage mit Anlauf vors Schienenbein zu treten.

            Und das auch: Wenn wir anfangen, Mitarbeiter im ÖPNV von wirksamen Streiks abzuhalten, werden die Arbeitsbedingungen dort schnell so unattraktiv, dass niemand mehr dort arbeiten will. Zwingen wir dann Menschen, Bus zu fahren, oder was? Willst Du dann der sein, der gezwungen wird?

            Bisschen mitdenken, Kollege, und bitte nicht die Propaganda vom Feind im Anzug nachplappern. Danke.

            • rbn@sopuli.xyz
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              5 days ago

              Mir jetzt Propaganda vorzuwerfen, weil ich eine Frage gestellt habe, finde ich ehrlich gesagt ziemlich toxisch. Macht nicht unbedingt Spaß, so mit dir in Dialog zu treten.

              Ich finde, dass der ÖPNV ein sehr bedeutender Teil der Infrastruktur in Deutschland ist und dass er mit hoffentlich zunehmender Bedeutung immer kritischer wird. Wenn Leute ihr Auto abschaffen, muss sichergestellt sein, dass wichtige Termine wahrgenommenen werden können. Wenn ein Dialysepatient drei mal die Woche ins Krankenhaus muss, dann muss das funktionieren. Da darf dann der ÖPNV nicht einfach ausfallen, egal ob es schlechtem Wetter, einer Pandemie oder einem Streik geschuldet ist. Und dass dann beim Streik alle plötzlich Taxi oder Krankentransport nutzen, ist auch völlig utopisch, da es nicht für einen Tag im Jahr derart große Reserven gibt, die sonst nur rumstehen.

              Meiner Meinung nach sollte der komplette ÖPNV genau aus diesem Grund verbeamtet sein. Wenn es andere Möglichkeiten gibt, die ein Streikrecht und zumindest einen verlässlichen und trotzdem flächendeckenden Notbetrieb ermöglichen, bin ich da aufgeschlossen. Aber einfach “heute ist nix mit Öffis” geht nicht.

              Zwingen wir dann Menschen, Bus zu fahren, oder was? Willst Du dann der sein, der gezwungen wird?

              Wie fändest du es denn, wenn die Wasserwerke streiken oder ein Kraftwerk und ganze Städte plötzlich durstig im Dunkeln vor sich hin frieren? Oder alle Ärzte mal ne Woche Zuhause blieben? ÖPNV ist aus meiner Sicht eine ziemlich ähnliche kritische Infrastruktur.

              • trollercoaster@sh.itjust.works
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                5 days ago

                Tja, das wäre ganz einfach zu bewerkstelligen, indem man die Leute, die beruflich gesellschaftlich essentielle Dinge tun, so bezahlt und behandelt, als würden sie was gesellschaftlich essentielles tun. Wenn man das nicht tut, kann es halt sein, dass die Leute ihre Arbeit entsprechend ihrer Bezahlung und Behandlung verrichten, also z.B. halt auch mal streiken.

                • rbn@sopuli.xyz
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                  5 days ago

                  Von meiner Seite darf man das Gehalt der Betroffenen gerne erhöhen, darum geht es mir überhaupt nicht. Aus meiner Sicht sollte das aber nicht mit der Wichtigkeit der Tätigkeit begründet sein, sondern mit der Tätigkeit an sich (Zeitaufwand, , körperlich/geistig anstrengend, persönliche Risiken etc.).

                  Eine Reinigungskraft im Krankenhaus hat einen wesentlich wichtigeren Job als eine Reinigungskraft in einem Bürogebäude. Eine schlecht gereinigte Türklinke kostet im Krankenhaus schlimmstenfalls Menschenleben.

                  Dass jetzt aber Reinigungskräfte deshalb, weil ihr Job systemkritisch ist, einen wesentlich stärkeren Hebel in Gehaltsverhandlung haben haben als die Menschen mit einer ähnlichen Tätigkeit im normalen Büro, finde ich auch schwierig.

                  Wenn in der Archäologie mal für ne Woche die Ausgrabungen unterbrochen werden, ist das erstmal halb so schlimm. Eine Woche ÖPNV-Streik wäre dagegen schon heute ziemlich fatal.

                  Aus meiner Sicht müssten allen Angestellten faire Gehälter gezahlt werden, unabhängig davon, wie schnell das Einstellen ihrer Arbeit zum gesellschaftlichen Kollaps führt. Das bildet das Streikrecht meiner Meinung nach aktuell nur unzureichend ab. Für mich müsste man einen Weg finden, Druck auf die Arbeitgeber aufzubauen, ohne - und das ist aktuell nur in einzelnen Branchen so - der gesamten Gesellschaft massiv zu schaden.

                  Eine Debatte darüber wie sowas aussehen könnte, fände ich sehr spannend. Aber scheinbar ist man hier direkt ein Klassenfeind, wenn man den Gedanken eines anderen (statt herkömmlichem Streik keine Ticketkontrolle mehr") interessant findet.

              • ClemensG@digitalcourage.social
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                5 days ago

                @rbn

                Du schreibst: “Wenn Leute ihr Auto anschaffen, muss sichergestellt sein, dass wichtige Termine wahrgenommenen werden können. Wenn ein Dialysepatient drei mal die Woche ins Krankenhaus muss, dann muss das funktionieren.”

                Als Taxifahrer mit vielen Krankenfahrten, insbesondere Dialyse-Patienten, der Hinweis, dass die gesetzlichen Krankenkassen solche Fahrten mit dem Taxi bezahlen, weil die PatientInnen besonders nach der Behandlung häufig so maddelig sind, dass die auf keinen Fall selber Auto fahren sollen. Und ein abgesenktes Immunsystem ist auch ein guter Grund, ÖPNV-Massenbeförderungen zu meiden.

                @ladicius

                • rbn@sopuli.xyz
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                  5 days ago

                  Danke für die Anmerkung. Der Dialysepatient sollte auch nur ein Beispiel sein. Meinetwegen nimm stattdessen das medizinische Personal, welches die Dialyse durchführt. Auch die müssen irgendwie da hin kommen. So wie unzählige andere lebenswichtige und systemkritische Menschen täglich von A nach B kommen müssen.

                  Wenn wir sagen, dass ÖPNV ruhig mal ein paar Tage ausfallen darf, nehmen wir ihm dadurch die Möglichkeit jemals das Auto als Haupttransportmittel abzulösen.

                  Als Kompromiss könnte ich mir auch noch vorstellen, dass der ÖPNV während des Streiks zwar fährt, aber eben nur ausgewählte Personen auch einsteigen dürfen. Allerdings fürchte ich, dass den Streikenden dabei mehr Unverständnis entgegengebracht würde als weniger. Und zu definieren, welche Fahrt wichtig genug ist, wäre auch nicht trivial.

  • voidemu@feddit.org
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    6 days ago

    Ich bin täglich auf den ÖPNV angewiesen, und sehe mich dennoch vollständig solidarisch mit den Streikenden.

  • macniel@feddit.org
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    6 days ago

    Das es ein Arbeitgeber Präsident gibt zeigt in was für einer Parallelgesellschaft die leben. Bezahlt und Entlohnt die Arbeitenden gefälligst gut dann müsstest ihr so ein scheiß nicht ertragen.

    Ich bin gestern bspw selbst vom Streik überrascht, wollte aber zum Flohmarkt also bin ich gelaufen, sieben Kilometer!

  • da_cow (she/her)@feddit.org
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    6 days ago

    Der soll mal nicht so rumheulen und froh sein, dass er nicht in Frankreich ist. Da brennt ja jedes mal gefühlt das halbe Land, wenn denen was nicht lässt. Da sind wir deutschen schon ziemlich Handzahm.

  • CosmoNova@lemmy.world
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    6 days ago

    Mit Erpressung kennt er sich bestimmt bestens aus. Jetzt ist er mal am anderen Ende der Gleichung und jammert sofort rum.

  • zaphod@sopuli.xyz
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    6 days ago

    Der Vorschlag mit den Fahrkarten klingt immer toll, aber ich glaube das funktioniert nicht. Fahrkartenverkauf läuft immer öfter über App oder Automat, viele Leute haben eine Monatskarte oder ein Deutschlandticket. Triebfahrzeugführer bei S-, U- und Straßenbahnen haben glaube ich noch nie Fahrkarten verkauft und auch nicht kontrolliert. Busfahrer kontrollieren hier auch nie die Fahrkarten und in der Bahn wird nur stichprobenartig kontrolliert.

  • Edna (dey/sie)@feddit.org
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    5 days ago

    Wenn die Arbeitgeber nen vescheites Angebot machen würden, wäre der Streik schnell vorbei.

    Aber ne Schuld sind bestimmt die Menschen die jeden Tag dafür sorgen, dass der ÖPNV gut läuft und die wollen, dass er auch in Zukunft läuft indem sie von ihrer Arbeit leben können. /s